In der Praxis heißt das, mehrere Kampagnentypen parallel zu fahren: Video- oder Reichweiten-Ads für Awareness, Retargeting-Anzeigen für Leute, die schon auf der Website waren (Consideration), Shopping- oder Such-Ads kurz vor dem Kauf (Conversion), und eine Post-Purchase-E-Mail-Sequenz oder ein Treueprogramm danach (Loyalty). Meta Ads und Google Ads bilden das über unterschiedliche Kampagnenziele ab, die man bewusst kombiniert statt nur eines davon zu schalten.
Ein heimischer Online-Händler, der ausschließlich auf Performance-Ads mit Fokus Conversion setzt, sieht oft steigende Klickpreise, weil er immer denselben, kleiner werdenden Pool an kaufbereiten Nutzer:innen anspricht. Ergänzt er das um Awareness-Kampagnen, die neue Leute in den Trichter oben nachfüllen, sinkt der Cost-per-Acquisition mittelfristig, auch wenn die Awareness-Kampagne selbst keinen direkten Abschluss zeigt.
Der Haken ist die Messung: Eine Awareness-Anzeige lässt sich nicht so genau einer Conversion zuordnen wie ein Suchklick kurz vor dem Kauf. Full-Funnel-Marketing braucht deshalb ein Attributionsmodell, das mehrere Touchpoints über die ganze Customer Journey berücksichtigt, sonst wirkt der obere Trichter im Reporting wie verschwendetes Budget, obwohl er die Basis für alles Weitere legt.



