Viral wird meist, was eine starke Emotion auslöst – Humor, Überraschung, Empörung oder Rührung – und sich leicht in einem eigenen Kontext nachmachen lässt, etwa als Challenge oder Sound-Trend auf TikTok. Die Duolingo-Eule etwa wurde durch bewusst chaotische, selbstironische TikTok-Videos zum viralen Maskottchen, weil der Account Trends aufgriff, statt klassische Produktwerbung zu posten – ohne klassisches Werbebudget für diese Inhalte. Die Ice Bucket Challenge 2014 zeigte den anderen Fall: Ein einfacher Mitmach-Mechanismus (Eiswasser über den Kopf, Freund:innen nominieren) sammelte weltweit über 115 Millionen US-Dollar Spenden für ALS-Forschung, weil jede:r Teilnehmer:in automatisch neue Teilnehmer:innen anwarb.
Österreichische Beispiele bleiben oft kleiner, aber folgen demselben Prinzip: Ein Wiener Kaffeeröster, dessen selbstironisches TikTok über "Wiener Grant beim Barista" mehrere Hunderttausend Views bekam, investierte davor keinen Euro Mediabudget – nur Zeit für die Idee und den Dreh.
Der Haken: Virales Marketing lässt sich nicht zuverlässig reproduzieren, und virale Reichweite bringt nicht automatisch Umsatz. Viele virale Hits bringen Views, aber wenig Neukund:innen, wenn der Inhalt nicht klar zur Marke oder zum Produkt zurückführt.



