Ausgangspunkt ist ein vortrainiertes Modell, etwa ein GPT- oder Llama-Modell. Darauf folgt weiteres Training mit einem kuratierten Datensatz aus Beispiel-Ein- und -Ausgaben, etwa hundert bis mehrere tausend Support-Tickets mit den passenden Antworten. Das Modell passt dabei seine internen Gewichte an, wodurch sich Tonfall, Fachvokabular oder Antwortformat dauerhaft ändern, ohne dass man bei jeder Anfrage extra Kontext mitschicken muss.
Sinnvoll ist das etwa für ein Modell, das durchgängig im Ton einer Marke antworten soll, oder für stark fachsprachliche Bereiche wie Medizin- oder Rechtstexte, wo Standardmodelle zu allgemein formulieren. Für reines Firmenwissen – Preise, aktuelle Produkte, interne Regeln – ist RAG in den meisten Fällen die günstigere und schneller aktualisierbare Lösung, weil dort niemand das Modell neu trainieren muss.
Fine-Tuning braucht einen ordentlichen Datensatz und Rechenleistung, dazu kommt: Ändert sich das Wissen, muss man neu trainieren, während sich bei RAG nur ein Dokument austauschen lässt. In der Praxis kombinieren viele Projekte deshalb beides, Fine-Tuning für Ton und Aufgabe, RAG für aktuelles Wissen.



